2009
03
Sep
Bundestagswahl 2009: “Reichtum für alle”
Die Ergebnisse der Landtagswahlen im Saarland, Thüringen und Sachsen haben gezeigt, dass noch immer ein viel zu hoher Prozentsatz der Wähler auf die Parolen der linken Bauernfänger hereinfällt. In loser Folge werden wir daher in den kommenden Wochen bis zur Bundestagswahl die Thesen der Linken zerpflücken und als das entlarven, was sie sind: unrealistisch, demagogisch, totalitär - oder eine Mischung aus all dem. Den Anfang überlassen wir Herrn Gysi mit seinem Postulat “Reichtum für alle”.
Was möchte uns “Onkel Gregor” denn damit sagen? Vielleicht bringt ja die Unterzeile Klarheit: “Reichtum für alle” sei eine Frage der Gerechtigkeit. Aha, da sind wir jetzt nicht wirklich schlauer.
Wie überhaupt definiert DIE LINKE den Begriff “Reichtum”? Armut wird in Deutschland fast immer als “relative Armut” verstanden, also Einkommen von weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens. Diese Definition ist schon einigermaßen dämlich: Sie sagt nichts über den absoluten Wohlstand einer Bevölkerung aus, sondern orientiert sich lediglich daran, wie gleichmäßig Einkommen und Vermögen verteilt sind. Eine Gesellschaft, in der alle nichts haben, kennt nach dieser Definition keine Armut, während eine Gesellschaft, in der 90 Prozent der Bevölkerung bei 100.000 EUR Jahresgehalt ein Haus und einen Porsche besitzen, aber 10 Prozent mit 60.000 EUR per anno, einer 5-Zimmer-Wohnung und einem BMW vor sich “dahinvegetieren” müssen, zehn Prozent Arme zu beklagen hätte. Idiotisch, oder?
Eine analoge Definition von Reichtum (z.B. mehr als 140 Prozent des Durchschnittseinkommens) ist dabei nicht ähnlich schwachsinnig, sondern führt die Forderung von Herrn Gysi komplett ad absurdum: “Reichtum für alle” wäre dann schon ein Widerspruch in sich, denn “relativer Reichtum” braucht auch weniger Reiche, also Normalverdiener und Arme.
Aber wollen wir mal nicht so kleinlich sein. Vielleicht meint DIE LINKE ja auch nur sowas wie “Wohlstand für alle” und wollte uns mit der pointierten Formulierung nur ein wenig provozieren.
Schauen wir also mal, wo dieser Wohlstand herkommt: Wohlstand ist immer das Ergebnis produktiver Tätigkeit. Produktion ist die ureigenste Aufgabe des Einzelnen und der Unternehmen. Was passiert, wenn der Staat sich an der Produktion vergreift, sollte DIE LINKE ja noch allzu gut in Erinnerung haben - ist gerade mal 20 Jahre her, dieses Experiment. Das ist keine Polemik, sondern einfach menschliche Erfahrung: Produktivität braucht Kreativität, braucht Anreize - und keine bürokratische Lenkung.
Wenn der Staat nun aber keinen Wohlstand schaffen kann, so kann er doch Einfluß nehmen - und zwar vor allem, in dem er sich raushält. Es gibt nichts, was der Staat aktiv tun kann, um den gesamten Wohlstand einer Volkswirtschaft zu steigern. Alles Geld, was der Staat in die Hand nimmt, muss er vorher anderen wegnehmen - und damit ist seine Wohlstandswirkung im Zweifel neutral.
Was der Staat aber ganz “toll” kann, ist durch zwangsweise Umverteilung in die Verteilung des Wohlstands einzugreifen. Mal abgesehen davon, dass wir dem Staat jegliche Legitimation absprechen würden, dies zu tun: Der Schuss geht auch voll nach hinten los. Die Umverteilung bestraft den Fleißigen und Erfolgreichen und belohnt den Faulen, Unfähigen oder sonstwie “Benachteiligten”. Käme irgendjemand auf die Idee, seinen Kindern für jede gute Schulnote und als Belohnung für das Helfen im Haushalt eine runterzuhauen und sie gleichzeitig für rüpelhaftes Verhalten und Schuleschwänzen mit Schokolade zu belohnen? Natürlich nicht! Doch genau ein solches Anreizsystem verteidigen linke Gutmenschen auf Staatsebene.
Am Ende braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Menschen sich an dieses falsche Anreizsystem anpassen. So haben dann am Ende alle das gleiche - nämlich nichts.
Zum Umverteilen braucht es Menschen, die den Wohlstand erwirtschaften. Und darin sind einige nun mal besser als andere. Wohlstand (und Reichtum erst recht) fallen nicht vom Himmel wie Manna. Sie müssen erarbeitet werden. Wer das tut, wird reich. Wer nicht, der nicht. Und das ist gut so.
